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Christenlich bilgerschafft zum ewige[n]
vatterla[n]d, fruchtbarlich angzeigt in glychnuß vn[d] eige[n]schafft
eines wegfertige[n] bilgers, der mit flyß vn[d] yle[n]t sucht sin
zitlich heymut. Gepredigt durch den hochgelerte[n] herr Johan[n]s geiler
gna[n]t von Keiserßbergk, doctor der heilige[n] schrifft, predica[n]t
loeblicher gedechtnuß zu straßburgk.
Gedruckt zu Basel durch den fürsichtige[n] Ada[m] Petri 15. VI. 1512.
Folio (28 x 20 cm), moderner Halbpergamentband mit Buntpapierbezug,
(4), CCXXVIII Blätter mit vierteiliger Titelbordüre, Titelholzschnitt,
ein zweimal verwendeter Textholzschnitt und eine mehrfach verwendete
figürliche Initiale von Urs Graf, ein Textholzschnitt vom Meister DS (?)
und einigen kleinen ornamentalen Initialen
kleiner Einriß in den ersten zwei Blättern (kein
Wurmfraß), innen durchgängig deutlich spätere Marginalien, kaum
stockfleckig, insgesamt hübsches Exemplar
VD 16 G 727 - Fingerprint:
chin chvn lein ante
"Geiler von Kaysersberg, Johannes, der
volkstümlichste Prediger des ausgehenden Mittelalters, * 16.3. 1445 in
Schaffhausen als Sohn eines Notariatsgehilfen und späteren
Stadtschreibers, † 10.3. 1510 in Straßburg (Elsaß). - G. wuchs auf in
dem Kaysersberg benachbarten Ammersweier (Oberelsaß), wo sein Vater 1447
im Kampf mit einem die Weinberge verwüstenden Bären ums Leben kam, und
im Haus seines Großvaters in Kaysersberg (daher der Beiname). Er bezog
1460 die Universität Freiburg (Breisgau), studierte und lehrte dort
Philosophie und empfing 1470 die Priesterweihe. 1471 wandte sich G. in
Basel dem Studium der Theologie zu und promovierte 1475 zum Dr. theol.
Er wurde 1476 Rektor der Universität Freiburg (Breisgau) und 1478
Prediger an der St. Lorenzkirche in Straßburg und 1486 am Liebfrauendom.
- G. v. K. predigte in urwüchsiger Volkssprache, derb und humorvoll. An
den kirchlichen Zuständen übte er rücksichtslos scharfe Kritik und
geißelte unerschrocken ihre Schäden, vor allem die Verweltlichung und
Entsittlichung des Klerus und Mönchtums. Trotz seiner Forderung einer
Reform der Kirche und des Klerus, trotz seiner humanistischen Bildung
und Freundschaft mit Sebastian Brant (s. d.) war G. durchaus ein
Vertreter mittelalterlich-katholischer Frömmigkeit und scholastischer
Theologie. Seine Predigten und erbaulichen Schriften sind wichtig für
die Geschichte vorreformatorischer Predigt." (Bautz 2, Sp. 194-195)
Bestellnummer / order number: 16084
3900,00 Euro
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