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Kleines Lexikon der Exlibris-Kunst |
| Abgekürzte Exlibris | |
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Heraldisches Exlibris, das statt eines oft vielfeldrigen Schildes mit Helm, Zimier und Helmdecke nur einzelne Hauptbestandteile des Wappens enthält. Diesen Begriff schuf Adolf Hildebrandt. |
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| Alpine Exlibris | |
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Blätter mit alpinen Motiven, also mit Bergen und Gebirgen mit dem Ausdruck alpinistischer Ideen mit der Darstellung von alpinistischen Betätigungen mit alpinistischen Symbolen (Abzeichen, Ausrüstung, etc.) |
| Aussen-Exlibris | |
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Bei Renaissance-Bucheinbänden befindet
sich das Exlibris mitunter auf dem Mittelfeld des Buchdeckels. Die
Abbildung zeigt das Exlibris der Stadt Halle von 1546: Gehorth: AVFF. DAS RATHAVS : CZV HALLE (Exlibris. Buchkunst und angewandte Graphik 20 (1910), Heft 1, S. 7) |
| Barock-Exlibris | |
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Kennzeichnend ist der überladene
Muschel-Stil mit ausschweifender Ornamentik. Gerade im 17. Jahrhundert
lassen sich die Künstler kaum benennen, weil sie selten irgendwo längere
Zeit gelebt haben. Sie zogen von Stadt zu Stadt - dorthin, wo es
Aufträge gab - und standen auf keiner höheren Stufe als die anderen
Handwerker der Zeit. |
| Bergbau-Exlibris, auch montanistische Exlibris genannt | |
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Blätter mit
Darstellungen von Schlägel und Eisen, Geleucht, unterschiedlichem
Gezähe, maschinellen Einrichtungen wie Keilhaue, Schaufel, Förderwagen,
Fördertürmen, außerdem Grubenausbau, Stollenmundlöchern, Kristallen,
mineralogischen Stufen und Fossilien. Beliebtes Motiv ist die Daniels-Legende: "Der Bergmann Daniel Knappe träumte einst davon, in der Krone eines Baumes nach einem Schatz zu suchen, wurde aber von einem Engel auf die Wurzeln im Boden verwiesen, wo er auf reichen Erzfund stieß." (Pasche, S. 51) |
| Bücherfluch | |
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Vorschriften zur Rückgabe von Büchern,
Mahnungen und Drohungen kommen im Exlibris als Motiv seit etwa 1880 vor. "Bücher pumpen ist nicht schwer - Wiederkriegen um so mehr." (Mathilde Ade) "Wer dies puech behalt des hand verfallt" (Georg Barlösius) "Apothekerzeichen-Kraft nimm den Bücherdieb in Haft." (Alfred Cossmann) |
| Donatoren-Exlibris | |
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Schenkungen, in der Regel an Bibliotheken oder Stiftungen, werden mit solchen, meist schlichten Exlibris gekennzeichnet. |
| Doppel-Exlibris | |
| Sie kommen nur in älteren Zeiten vor. Ziel war es, ein Buch doppelt zu sichern: „man findet sie zugleich im inneren Vorder- und im hinteren Hinterdeckel eingeklebt. Meist zeigt es ein Porträt und ein Wappen. Geschnitten wurden sie auf einem Holzstock und erst nach dem Druck wurden sie getrennt. (Leiningen-Westerburg, S. 485) | |
| Eigner | |
| Bekannte Eigner | Person oder Institution, für die das Exlibris geschaffen wurde. |
| Exlibris mit durcheinander geworfenen Buchstaben | |
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Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts gab es die Mode, Grossbuchstaben des Eigernamens durch-, über- und nebeneinander zu stellen. Nur mit Mühe läßt sich der Name erkennen. "So wohnt dieser eigentümlichen Sitte kein praktischer Nutzen, sondern mehr die Idee einer Spielerei, eines Scherzes inne." (Leinigen-Westerburg, S. 65) |
| Exlibris vor der Schrift | |
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In der Regel wird der Eignername im letzten Arbeitsschritt in das Exlibris eingefügt. Zuvor wird die künstlerische Gestaltung des Blattes mit dem Auftraggeber abgesprochen. Exlibris vor der Schrift sind immer Zustandsdrucke in sehr kleiner Auflage. |
| Gebrauchs-Exlibris | |
| Braungart (1922) unterscheidet zwischen dem Gebrauchsexlibris, auch Buchmarke genannt, und dem Sammler- bzw. Luxusexlibris. Seine Merkmale: "Klarheit, Prägnanz, Beschränkung auf das unbedingt Notwendige bei Vermeidung überflüssiger und gehäufter Symbole" (S. 8). Deshalb werden solche Blätter in der Regel als Buchdruck angefertigt, manchmal auch als Holzschnitt, Holzstich oder Lithographie, aber kaum als Radierung. Während sich das Gebrauchsexlibris dem Buch anpassen will (es soll nicht störend wirken), stellt das Luxusexlibris eher einen Zusammenhang zwischen dem Blatt und dem Besitzer her, weshalb es auch nicht in ein Buch, sondern in eine Sammelmappe gehört. | |
| Handgemalte Exlibris | |
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Um den Besitz kenntlich zu machen und das Buch bzw. die Handschrift zu zieren, malte man Namen und/oder Wappen ein, oft versehen mit einer zusätzlichen Inschrift. |
| Luxus-Exlibris | |
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Als Folge des Tauschverkehrs entstand der Typus des Luxus-Exlibris. Es ist fast immer in einer originalgrafischen Technik (meist Radierung) ausgeführt, durch Remarquen veredelt und auf teure Japan-, Kupferdruckpapiere oder Seide gedruckt. Durch die eigenhändige Signatur des Künstlers und durch Limitierung bzw. Numerierung wird es noch wertvoller gemacht. |
| Portrait-Exlibris | |
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Das Bildnis soll den Entleiher daran erinnern, wem er das Buch zurückzugeben hat. |
| Pour felicite, abgekürzt Pf | |
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Pf ist ein Sammelbegriff und steht für Gebrauchs- bzw.
Familiengrafiken, die keine Exlibris sind. Dazu zählen
insbesondere Besuchskarten, Neujahrswünsche, Geburts-,
Verlobungs- und Vermählungsanzeigen sowie Abwesenheits- und
Umzugsanzeigen. |
| Pseudo-Exlibris | |
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Blätter, die nicht für einen bestimmten Eigner hergestellt
wurden. „Der Begriff ‚Pseudo-Exlibris’ sollte noch weiter gefaßt werden, als das bisher geschehen ist. Es gibt sehr geschäftstüchtige Exlibris-Hersteller, die schon im voraus Blättchen mit dem Vermerk ‚Exlibris’ produzieren, für die sie dann einen Abnehmer suchen.“ (Heß, S.21) „Noch klarer trifft dies zu bei ‚Exlibris’, die von Verlagen gleich von vornherein in den inneren Einbanddeckel gedruckt werden.“ (Heß, S.21) „Noch etwas geschieht häufig. Daß nämlich Künstler, um ihren eigenen Namen ‚aufzupolieren’, Exlibris machen, die sie mit Porträts bestimmter, allgemein angesehener Persönlichkeiten ausstaffieren.“ (Heß, S.22) |
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| Remarque | |
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Beim Tiefdruck sind die ersten Abzüge
von der Druckplatte noch nicht fertig. Auf deren Rand kann der Stecher
einen Einfall in Form von Bildern, Zeichen oder Texten anbringen, um den
Zustand der Platte zu kennzeichnen. Beim Druck des vollendeten Exlibris
werden Remarquen in der Regel gelöscht. „Mit einem Wort: es hat sich im Gefolge
des umfangreichen Tauschverkehrs der Typus des Luxus-Exlibris
entwickelt, das fast immer in irgendeiner originalgraphischen
Technik (Lithographie, Holzschnitt und vor allem in Radierung)
ausgeführt, auf teuere Japan- oder Kupferdruckpapiere gedruckt
ist und oft durch eigenhändige Signatur des Künstlers noch
wertvoller gemacht wird. Außerdem gibt es von diesen Blättern
gewöhnlich auch Remarqueabzüge, die natürlich besonders kostbar
sind. (Leider hat das Sammeln auch auf diesem Gebiete
Ausartungen zufolge gehabt; so kommt es beispielsweise immer
häufiger vor, daß die Remarques, die doch ursprünglich Ätzproben
sind, mitverstählt werden; als Remarquedrucke im engeren Sinne
sind aber nach wie vor nur Drucke vom reinen Kupfer anzusehen,
die als Probedruck vor der Verstählung abgezogen werden und sich
durch besondere Weichheit und Tiefe auszeichnen. Ihre Zahl kann
immer nur eine geringe sein, da das weiche Kupfer ohne
Beeinträchtigung der Druckschärfe nur wenige Abzüge verträgt.)“
(Braungart 1913, S. 10 f.). Bedeutende Remarquendrucker: Héroux, Kunst, Ritter, Soder, Stella und Volkert |
| Stich-Varianten | |
![]() waagrechte und senkrechte Strichelung der Säulen
![]() waagrechte Strichelung der Säulen |
Alte Exlibris können durchaus leicht
unterschiedlich sein. Dafür gibt es Gründe:
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| Verbreitung von Exlibris | |
| „Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts steigt die Zahl der Gestalter von Exlibris ebenso rasant wie die Zahl der Sammler. Vermutlich waren allein im deutschsprachigen Raum zwischen 1890 und 1930 zwischen 3500 und 4000 Künstler auf diesem Gebiet aktiv. Die Zahl der in dieser Zeit gedruckten Exlibris wird auf über 200.000 geschätzt.“ (Die Welt im Kleinformat, S.71) | |